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Urlaubsland
Türkei - ein etwas anderer Reisebericht... |
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Auf dieser Müllkippe in Antalya/Türkei
leben ca. 1000 Hunde in Familienverbänden. Das Elend dieser
Tiere ist groß. Zwar finden sie hier ausreichend Nahrung
um zu überleben, jedoch so gut wie kein Wasser. Spätestens
im Sommer beginnt der grausame Kampf ums Überleben! Keiner
dieser Hunde lebt länger als ein paar Jahre. |
Alle Hunde auf der Müllkippe
sind meisterhaft in Ihrer Tarnung. Man muss schon sehr genau
hinschauen. Selten kommt man so nah heran wie an die Familie
oben. In der Regel ergreifen sie bei einer Distanz von ca.
80 m die Flucht.
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Das sind nur zwei von vielen "Einzelgängern".
Mühsam hinken sie über das Feld. Sie können durch
Knochenbrüche, die unbehandelt schief und krumm irgendwie
wieder zusammengewachsen sind, kaum laufen.
Für die schlechten Fotos bitten wir um Entschuldigung. Aber
hier leben Hunde auf der Flucht vor dem Menschen! Wir liefen
durch unglaublichen Gestank und Elend.... |
Der kleine ca. 4 Monate alte Sam
ist nur einer von vielen, aber ihn konnten wir in unsere Obhut
bringen (siehe Sams Tagebuch). Er
wurde das Opfer von türkischen Freizeit-Hobby-Schützen,
die auf die wehrlosen Tiere ballern und sie verletzt und hilflos
ihrem Schicksal überlassen.
Sam hat mittlerweile in Deutschland ein neues Zuhause gefunden.
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Wir konnten ihnen nicht helfen.
Sie waren sehr scheu und misstrauisch und ließen uns nicht
nah genug heran, um sie in Sicherheit bringen zu können. |
Schon sehr früh lernen die
Kleinen, für sich selber zu sorgen. Diese fünf ca.
4 Mo. kleinen Welpen haben sich ihr Domizil am Rand der Müllkippe
ausgesucht. Sie werden ihr kurzes Leben damit verbringen, sich
auf der Suche nach Essen auf der Müllkippe die Pfoten aufzuschneiden,
vielleicht verdursten, vielleicht vergiftet werden, Opfer von
"Freizeithobbyschützen" werden, die sich einen
Spaß daraus machen, auf Hunde zu schießen (wenn sie
das überleben, werden sie jämmerlich an den Bleikugeln
in ihren kleinen Körpern, die sich auflösen, sterben
- der Bleigehalt greift die Nerven an, Kugeln reiben an den Gelenken,
ein qualvoller Tod). |
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Um die Müllkippe herum sind
Felder und Wälder. In den Morgenstunden sieht man viele
Hundefamilien: die Junghunde toben und spielen, der Rest döst
vor sich hin, genießt die ersten wärmenden Strahlen
der Sonne....
Am nächsten Tag fanden wir am gleichen Ort mit Entsetzen
folgendes Szenarium: |
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Das Gift
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Der Köder, mit Gift bestreut...
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... oder weitflächig auf der
Erde
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... das sind nur einige der ca.
40 toten Hunde, die im direkten Umkreis der Giftköder lagen.
Viele davon waren Hündinnen, die noch Babys zu versorgen
hatten (man konnte das am Gesäuge sehen). Zwei Hunde, die
erkennbar das Gift gefressen hatten, flüchteten vor uns
in die Wälder, sie sind dort elendlich gestorben und wir
wissen nicht wie viele noch. Das einzige was wir tun konnten,
war das Gift mit Steinen abzudecken. |
... wenigstens
ihm konnten wir helfen |
Selbst im Todeskampf noch ein Meister
des Versteckens! Er konnte jedoch nicht mehr weglaufen, das Gift
hatte ihn schon
zu sehr gelähmt.
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Er liess alles über sich ergehen
... das Verfrachten ins Auto, die Fahrt, die Behandlung beim
Tierarzt ... |
Wir kämpften die ganze Nacht
um sein Leben, hängten ihn im Badezimmer noch einmal an
den Tropf, gaben ihm Vitaminspritzen, holten telefonisch Ratschläge
von einem Tierarzt in Deutschland ein ... und wir waren voller
Freude, als er endlich in den Morgenstunden aufstand, um das
viele Gift und die Infusionen auszupinkeln.
So ein friedlicher Kerl! Er mochte die Menschen nicht, das war
ihm deutlich anzumerken. Aber nicht ein einziges Mal schnappte
er nach uns. Selbst die Desinfektionswäsche ließ er
über sich ergehen. Wir behandelten noch seine aufgeschnittenen
Pfoten .... |

... er wollte seine Freiheit! In
der 4. Nacht suchte und fand er einen Weg - wir haben ihn nicht
mehr gesehen. Er hat das Gift überlebt, mehr konnten wir
nicht für ihn tun. |
... und
wieder zurück zur Müllkippe:
Wir mussten doch versuchen,
die Babys, der toten Mütter zu finden! |

Unerwartete Hilfe bekamen wir aus diesem Müllkippendorf!
Rechts ist diese riesige Müllkippe, dann ein ca. 2 m breiter
Weg, und dann dieses "Dorf", in dem Zigeuner und Kurden
leben. Die Bewohner: unglaublich stolze Menschen, die sich in
all diesem Elend ihre Würde bewahrt haben. Ich habe deshalb
nur diese Ansammlung der "Wohnungen" ohne ihre Einwohner
fotografiert! So oft habe ich sie vor ihren Hütten die Mahlzeit
zubereiten sehen, umgeben von unglaublichen Gestank! Immer freundlich
und hilfsbereit zu uns. Schon die Kleinsten (ca. 5 J.) arbeiten
(durchwühlen die Müllkippe nach Verwertbarem). Keine
Möglichkeit, zur Schule zu gehen, keine Möglichkeit,
hier einmal heraus zu kommen.... Wir haben nicht nachgefragt,
aber wir sind uns sicher: Auch ihre Babys bekommen die Frauen
ohne Hilfe hier auf dieser Müllkippe!
Wenn schon diese Menschen keine Chance haben.... |

Diese kleinen Bewohner kennen sich
bestens auf der Müllkippe aus. Sie zeigten uns viele Verstecke
der Hunde und brachten uns die kleinen Welpen. Wir wollten ihnen
Geld geben, aber sie nahmen es nicht an! Wir baten sie, nach
weiteren Welpen zu suchen. Am nächsten Morgen sagten sie
uns mit Bedauern, dass sie leider nicht weitersuchen konnten,
weil sie arbeiten mussten. Wenigstens nahmen sie gnädig
unsere Schokoriegel an...
Wir wühlten dann noch ein wenig direkt auf der Müllkippe
und konnten einige weitere Welpen in unsere Obhut nehmen .... |
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... nur ein Tropfen
auf dem heißen Stein! |
So viele Hundebabys... und wir haben
mit Sicherheit nur einem Bruchteil helfen können. Wir konnten
Sie vorübergehend bei türkischen Tierschützern
unterbringen, die sich liebevoll um ihre Aufzucht und auch Impfungen
kümmerten.
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Leider verselbstständigte sich
die Lage... für die von uns eingesammelten Babys konnten
wir finanzielle Unterstützung (u.a. vom Glückshof)
bekommen, aber dem "Babyboom" (innerhalb von 1 Woche
über 30 Welpen) standen wir hilflos gegenüber. Wir
hatten keinen Einfluss mehr auf die Korrektheit der Impfungen
und den Verbleib der Welpen... Auch wurden wir von den türkischen
Tierschützern beschuldigt, mit ihnen "Werbung"
zu betreiben und Spenden nicht weiterzuleiten. Sie wollten die
Welpen sogar wieder auf die Müllkippe bringen ... Eine Zusammenarbeit
war nicht mehr möglich. |
Insgesamt haben wir 22 Babys nach
Deutschland holen können und alle haben ein wunderbares
neues Zuhause gefunden. Alle hatten nur die Tollwutimpfung, so
dass eine Grundimunisierung erfolgen musste. Die kleine Rasselbande
hat uns zwar gut in Atem gehalten, aber auch viel Freude bereitet.
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